Obdachlose Frau im Schlafsack

Caritas und Spar: Supermarkt mit sozialem Mehrwert

27.01.17 / 13:49

Petra Draxl (AMS Wien), Alois Huber (SPAR) und Klaus Schwertner (Caritas) eröffnen SPAR-Markt in der Quellenstraße.

Die Caritas der Erzdiözese Wien führt in Kooperation mit dem AMS Wien und der Firma Spar einen Lebensmittelmarkt im 10. Bezirk als sozialökonomischen Betrieb. Der SPAR-Supermarkt wird als Geschäft mit sozialem Mehrwert betrieben und bietet 20 Transitarbeitsplätze für langzeiterwerbslose Frauen und Männer. Dabei stehen die Interessen des Lebensmittelhändlers genauso im Mittelpunkt wie die Qualifizierung und Vermittlung von MitarbeiterInnen. 

 

„All unsere Caritas-Jobprojekte haben eine Sache gemeinsam: Menschen, die sonst schwer am ersten Arbeitsmarkt unterkommen, bekommen hier eine Chance und können zeigen, was in ihnen steckt“, betont Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien. „Wir sind in Österreich mit einer sehr hohen Arbeitslosigkeit konfrontiert, die unsere Gesellschaft vor zentrale Herausforderungen stellt. Hier sind auch neue kreative Lösungen gefragt und es sind Projekte wie dieser Markt, die Perspektiven schaffen und konkrete Chancen auf einen Arbeitsplatz bieten.“ Petra Draxl, Landesgeschäftsführerin Arbeitsmarktservice Wien: "Für viele Menschen, die lange aus dem Erwerbsleben ausgestiegen waren, ist ein Sozialökonomischer Betrieb der richtige Weg, um wieder Fuß zu fassen. Betriebliche Kooperationen wie jene mit Spar halten wir für zukunftsweisend, weil sie den Betroffenen den Einstieg in einen Top-Betrieb erleichtern, der ihren weiteren Weg unterstützt. Wir freuen uns, Teil dieser Strategie zu sein.“

 

Neben dem Warenangebot aus Markenartikel und SPAR-Eigenmarken führt das Geschäft auch Produkte aus anderen Caritas-Projekten. Die 20 Projekt-TeilnehmerInnen durchlaufen möglichst alle Bereiche im Handelsbetrieb und werden dabei von sieben FachanleiterInnen unterstützt. Personalentwicklung und Coaching helfen beim erfolgreichen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Nach erfolgter Arbeitspraxis im Markt und fachlicher Qualifizierung soll für die Transitarbeitskräfte ein unbefristeter Folgearbeitsplatz im Handel gefunden werden. „Der SPAR in der Quellenstraße ist der einzige SPAR, in dem ich mir eine hohe Mitarbeiter-Fluktuation wünsche – wer hier aufhört, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit einen zukunftssichern Job gefunden“, sagt SPAR-Geschäftsführer Alois Huber. „Gemeinsam mit der Caritas und dem AMS setzen wir hier ein Zeichen gegen Langzeitarbeitslosigkeit. Denn ein Job ist mehr als Geld zu verdienen – er bringt Ordnung in unseren Alltag, gibt uns eine Aufgabe und fördert unsere sozialen Kontakte.“ 

 

471.169 Menschen (oder 10,3 Prozent) waren im Dezember 2016 in Österreich erwerbslos gemeldet. Den Betroffenen stehen 42.00 offene Stellen gegenüber. In Wien waren Ende Dezember 2016 167.747 Menschen arbeitssuchend bzw. in Schulung. Die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen, besonders arbeitsmarktferneren Frauen und Männer umfasst in Wien im Dezember des Vorjahres  72.349 Personen.

 

Caritas im Einsatz für arbeitslose Menschen

In Wien ist die Caritas gemeinsam mit dem AMS seit 25 Jahren am erweiterten Arbeitsmarkt aktiv - mit Projekten wie dem Restaurant „Inigo“ oder dem „Salon Schönbrunn“. Im Vorjahr wurden rund 1.000 langzeitarbeitslose Frauen und Männer in verschiedensten Projekten betreut und begleitet. 440 zusätzliche Personen wurden beraten. Die Vermittlungsquote auf den ersten Arbeitsmarkt lag bei bis zu 40 Prozent. Mit „magdas Social Business“ schafft die Caritas Arbeitsplätze für Menschen mit geringen Jobchancen und zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziales Handeln kein Widerspruch sind.