Obdachlose Frau im Schlafsack

Caritas und Pfarren: Gemeinsam für Menschen in Not

11.09.19 / 09:29

Erntedanksammlung vor dem Stephansdom

„Der Blick in unsere Einrichtungen macht sehr deutlich: Das tägliche Brot ist längst nicht für alle Menschen in unserem Land selbstverständlich. Auch hier bei uns in Österreich gibt es Männer, Frauen und sehr viele Kinder, die ein Leben an oder unter der Armutsgrenze führen – Menschen, für die ein gut gefüllter Kühlschrank die Ausnahme und nicht die Regel darstellt“, betonte Caritas Präsident Michael Landau bei einem gemeinsamen Pressetermin mit Kardinal Christoph Schönborn anlässlich des Auftaktes der diesjährigen Erntedanksammlung am Wiener Stephansplatz. 172 Pfarren der Erzdiözese Wien und hunderte Ehrenamtliche sind in den kommenden vier Wochen wieder im Einsatz, um haltbare Lebensmittel für armutsbetroffene Menschen zu sammeln. Kardinal Christoph Schönborn: „Das Motto lautet: Pfarren für Menschen in Not! Damit macht diese Aktion wie so viele andere Initiativen deutlich, dass Pfarren starke Netzwerke der Solidarität und Nächstenliebe sind. Ihr Dienst ist unverzichtbar – und er zeigt der Welt, was gelebtes Christentum ist.“

16 Tonnen Lebensmittel pro Woche

Im Vorjahr konnten über die Erntedanksammlung knapp 26,5 Tonnen Lebensmittel gesammelt und verteilt werden. Ausgegeben werden Reis, Kaffee, Nudeln und Co über das Caritas-Projekt Le+O – Lebensmittel und Orientierung. In 14 Wiener und zwei niederösterreichischen Pfarren verteilen 1.000 Freiwillige das ganze Jahr über Lebensmittel, die im Handel nicht mehr verkauft und daher gespendet werden. „Wöchentlich erhalten einkommensschwache Haushalte so rund 16 Tonnen gespendete Hygieneartikel und Lebensmittel“, betont Safije Eder-Jenuzi, Projektleiterin von Le+O. Landau ergänzt: „Die Erntedanksammlung stellt hier einen ganz wichtigen Beitrag dar. Sie hilft unmittelbar und ganz konkret. Und das wichtigste: Die Erntedanksammlung macht Menschen satt, sie stellt eine wichtige Entlastung der Haushaltseinkommen dar und sie ist ein konkreter Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt.“

Pfarrliches Engagement auf Rekordniveau: 12.000 Ehrenamtliche im Einsatz

Wie wichtig pfarrliches Engagement für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist, wird auch an vielen anderen Orten deutlich. Laut einer aktuellen Erhebung spenden mehr als 12.000 ehrenamtliche MitarbeiterInnen in den Pfarren in Wien und Niederösterreich regelmäßig ihre Zeit für Menschen in Not – so viele wie noch nie zuvor. Schönborn: „Diese Menschen setzen ein konkretes Zeichen der Nächstenliebe. Hier wird Glaube ganz konkret von Mensch zu Mensch – von Angesicht zu Angesicht.“ So konnten sich im vergangenen Winter, unterstützt durch 500 Freiwillige, rund 11.000 armutsbetroffene Menschen in den 30 pfarrlichen Wärmestuben von der Kälte erholen. Auch die Nachfrage nach Besuchsdiensten ist groß: Im Vorjahr haben 1.500 Freiwillige mehr als 100.000 Besuche bei älteren und einsamen Menschen zu Hause, im Pflegehaus oder im Spital absolviert. Eine große Aufgabe der Pfarrgemeinden ist auch die Trauerbegleitung. Unterstützung finden sie dabei von der Kontaktstelle Trauer der PfarrCaritas, die auch Lehrgänge für Trauerbegleitung durchführt, um die Freiwilligen für diese Aufgabe zu rüsten. Mehr als 160 TrauerbegleiterInnen wurden bereits ausgebildet.

Über das Projekt Le+O

Vor zehn Jahren wurde Le+O als Kooperation zwischen der Caritas der Erzdiözese Wien und Pfarren ins Leben gerufen. Mit dem Projekt hilft die Caritas armutsbetroffenen Menschen mit Lebensmitteln und Sozialberatung. Im Vorjahr wurden 845 Tonnen Lebensmittel ausgegeben, damit konnten 4.150 Haushalte mit rund 14.000 Personen unterstützt werden. Mit rund 1.000 freiwilligen MitarbeiterInnen ist Le+O das größte Freiwilligenprojekt der Caritas. „Die Freiwilligen tun doppelt Gutes: Sie retten die Lebensmittel und helfen Menschen in Not“, so Landau. Bei Le+O unterstützt die Caritas armutsbetroffene Menschen nicht nur mit konkreter Soforthilfe, sondern auch mit Sozialberatung. Gemeinsam mit den Betroffenen wird versucht, Wege aus der Armut bzw. zur Verbesserung der jeweiligen Lebenssituation zu finden. Im Vorjahr wurden 3.580 Beratungen durchgeführt.

Alle Informationen zur Erntedanksammlung: www.pfarrcaritas.at

Spendenkonto:
Erste Bank
IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000
BIC: GIBAATWWXXX
Kennwort: Le+O