Obdachlose Frau im Schlafsack

Caritas: Schulstart in der Corona-Krise besondere Herausforderung

24.08.20 / 13:25

„Ein neues Schuljahr bedeutet für einkommensschwache Familien eine echte finanzielle Belastung. Dieses Jahr verschärft sich die Situation aufgrund der Corona-Krise. Existenzielle Ängste aufgrund von Kurzarbeit oder Jobverslust und die Unsicherheit wegen möglicher Schulschließungen lassen viele Eltern sorgenvoll in den Herbst blicken“. sagt Klaus Schwertner, Caritas Generalsekretär der Erzdiözese Wien. Die Caritas geht davon aus, dass die soziale Ungleichheit in Folge der Pandemie weiter zunehmen wird: „Die Corona-Krise hat jede und jeden von uns in irgendeiner Weise getroffen, am härtesten aber die Schwächsten in unserer Gesellschaft – und dazu zählen auch Schülerinnen und Schüler aus benachteiligten Familien. Die Krise macht jene noch ärmer, die es vorher schon waren. Und sie vergrößert Ungleichheiten im Bildungssystem und dadurch die Chancen im weiteren Leben“, so Schwertner weiter. 

Mit der Schulstartaktion will die Caritas genau diesen Familien ganz konkret beim Start ins neue Schuljahr helfen und bietet in den carlas Schultaschen, Schultüten, Turnbeutel, Federpennale und vieles mehr zu günstigen Preisen an. „In unseren beiden Second-Hand-Drehscheiben in Wien können gut erhaltene Schulsachen weiterhin während der Öffnungszeiten abgegeben werden. So können wir noch mehr Familien beim Start ins neue Schuljahr unterstützen“, sagt carla Leiterin Elisabeth Mimra. 

 

Armutsprävention durch Bildung

In Österreich leben rund 330.000 Kinder und Jugendliche in einkommensarmen Haushalten. Bildung wird in Österreich stark vererbt. Dabei ist sie die beste Armutsprävention. Daher hat die Caritas 2007 mit den „Caritas Lerncafés“ ein kostenloses Lern- und Nachmittagsbetreuungsangebot ins Leben gerufen – mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche aktiv auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen. Neben der gezielten Hilfestellung bei den Hausaufgaben, Stärkung der Deutschkenntnisse und der Vorbereitung auf Schularbeiten und Tests geht es den BetreuerInnen auch darum, den Kindern Freude am Lernen zu vermitteln. Martina Polleres-Hyll, Leitung Caritas Lerncafés: „Die Zeit des Lockdowns war für unsere Familien besonders fordernd. Vielfach haben Kinder nicht die technischen Mittel, um Zuhause dem Unterricht zu folgen. Oft arbeiten Eltern von sozial benachteiligten SchülerInnen noch dazu in systemkritischen Berufen und hatten daher nur eingeschränkte Möglichkeiten, ihre Kinder zu unterstützen. 

Dabei ist der Bedarf unserer Kinder sehr, sehr hoch.“ Während der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus mussten die Lerncafé-Standorte vorübergehend auf Ferncafés umstellen, denn gerade in dieser Zeit waren sie enorm gefordert und gefragt. In den neun Lerncafés in Wien und Niederösterreich (fünf Standorte davon alleine in Wien) wurden im vergangenen Schuljahr mehr als 360 Kinder unterstützt.