Obdachlose Frau im Schlafsack

Die Gruft

Koch in der Gruft

Direkt unter der Mariahilfer Kirche befindet sich die Gruft. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um einen Platz, der ursprünglich nicht für die Lebenden gedacht war.

Doch das hat sich geändert: Seit Advent 1986 ist die Gruft ein Ort, an dem reges Leben herrscht. Sie ist zu einem Zufluchtsort geworden - für Menschen, die auf der Straße stehen, für viele zum einzigen Fixpunkt in ihrem Leben. Durch einen Zubau gibt es seit 2013 auch das lange herbeigesehnte Tageslicht. Bei Tag ist die Gruft in den ehemaligen Pfarrgarten der Mariahilfer Kirche übersiedelt, geschlafen wird immer noch in den Räumlichkeiten unter der Kirche.

Das multiprofessionelle Team der Gruft - bestehend aus SozialarbeiterInnen, BetreuerInnen, PsychiaterInnen, PsychotherapeutInnen und Zivildienstleistenden - bietet mit Unterstützung freiwilliger MitarbeiterInnen aktive Hilfe mit dem Ziel, obdachlose Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

Seit über 30 Jahren Zuflucht für Menschen in Not

Gruft

Was mit Schmalzbroten und Tee begann, ist heute Wiens wohl bekannteste Obdachloseneinrichtung.

Seit dem Advent 1986 ist die Gruft in den Räumen unterhalb der Mariahilferkirche ein Zufluchtsort für obdachlose Menschen. Die Initiative kam damals vom Pfarrer der Kirche, Pater Albert Gabriel, der mit SchülerInnen des Amerling-Gymnasiums ein Wärmestube einrichtete. Zu Beginn hatte die Gruft zwei Stunden täglich geöffnet. Bald wurden die Öffnungszeiten von 10 bis 16 Uhr ausgedehnt. Zur Verpflegung kamen weitere Angebote wie Kleiderausgabe, Duschmöglichkeit und Beratung.

Weil die Gruft um 16 Uhr geschlossen wurde, stellte sich die Frage, wo sich wohnungslose Frauen und Männer in der Nacht aufhalten. Anfangs waren MitarbeiterInnen in ihrer Freizeit auf der Straße unterwegs, um mit Obdachlosen in Kontakt zu kommen.

24 Stunden täglich

Seit Oktober 1994 ist die Gruft dank der Unterstützung von SpenderInnen und der Stadt Wien rund um die Uhr geöffnet, zusätzlich werden dreimal pro Woche Obdachlose im Rahmen von Nachtstreetworker in Parks, WC-Anlagen etc aufgesucht und betreut.

Im Juli 1996 übernahm die Caritas der Erzdiözese Wien die Trägerschaft der Einrichtung. Ausgehend von den Bedürfnissen der Obdachlosen ist die "Gruft" das geworden, was es heute ist: Eine Betreuungseinrichtung für obdachlose Frauen und Männer, die von den Grundbedürfnissen bis hin zur Beratung ein breites Spektrum an Hilfestellungen abdeckt.

Die Zweite Gruft

Ein Schlafplatz, warmes Essen, frische Kleidung, die Möglichkeit sich zu duschen und ein offenes Ohr – diese Grundbedürfnisse teilen Menschen in existenziellen Notlagen, egal welcher Herkunft. 2009 wurde deshalb die „Zweite Gruft“ gegründet. Sie bietet vor allem obdachlosen Menschen aus den neuen EU-Ländern Zuflucht.

Schenken Sie ein wenig Wärme!

Gefördert von

  • Fonds Soziales Wien