Obdachlose Frau im Schlafsack

Gruft Winterpaket: Caritas bittet um Spenden für Winterakuthilfe und fordert Mietrechtsreform

05.12.18 / 10:41

Caritas Präsident Michael Landau und Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, nahmen am Mittwoch den Kälteeinbruch der vergangenen Tage zum Anlass, um gemeinsam mit KlientInnen der Gruft und mit Schauspieler Manuel Rubey auf die Not von obdachlosen Menschen hinzuweisen. Landau: „Wenn das Thermometer sinkt, steigt der Druck auf Menschen, die auf der Straße leben. Unser Auftrag ist klar: Niemand soll unversorgt auf der Straße stehen und möglichst niemand soll bei Minusgraden erfrieren müssen.“ Schwertner ergänzte: „Wir stocken die Zahl unserer Notquartiersbetten um 290 Plätze auf. Wir haben das Streetwork der Gruft auf sieben Tage in der Woche ausgeweitet und das Kältetelefon ist rund um die Uhr erreichbar. Bereits mehr als 1.200 Anrufe sind seit Anfang November eingegangen. Diese Hilfe wirkt und sie wird dringend gebraucht.“ Wie dringend, davon konnte sich vergangenen Montag auch Schauspieler Manuel Rubey überzeugen, der die Streetworkerinnen der Gruft bei einem ihrer Nachteinsätze begleitet hat: „Ich habe mal den schönen Satz gelesen: Tu nicht so, als seist du nicht die Gesellschaft. Wir alle, die wir durch die Lotterie des Lebens begünstigt sind, sollten nicht vergessen, dass zwischen Normalität und Abgrund oft nur ein kleiner Spalt ist. Ich durfte die StreetworkerInnen der Caritas begleiten. Sie leisten großartige Arbeit und geben Hoffnung, dass nicht alles kälter wird in unserem Land.“

Landau und Schwertner machten vor allem auf drei aktuelle Wahrnehmungen aus der täglichen Arbeit aufmerksam: „Die Betroffenen werden jünger, die Anzahl psychischer Erkrankungen nimmt zu und auch das Thema weibliche Obdach- und Wohnungslosigkeit beschäftigt uns zunehmend“, so Schwertner. „Wir müssen weiter an unseren Angeboten arbeiten: Es geht um mehr frauenspezifische  Unterstützungsangebote, einen verstärkten Liaisondienst für psychisch kranke Menschen in den Häusern, aber auch um pflegerische Angebote für Männer und Frauen, die auf der Straße körperlich stark abgebaut haben.“

1 Schlafsack + 1 warme Mahlzeit = 1 Gruft  Winterpaket!

Landau und Schwertner verwiesen auch auf die Bedeutung von Spendengeldern für die Arbeit im Bereich der Wohnungslosenhilfe. Schwertner: „Ja, die öffentliche Hand leistet an vielen Orten – auch hier in der Gruft – einen wichtigen Anteil. Doch klar ist auch: Ohne Spenden kein Streetwork. Ohne Spenden und Freiwillige kein Kältetelefon, kein Kältebus und keine lebensrettende Arbeit. Wir brauchen die Unterstützung der Wienerinnen und Wiener, damit möglichst niemand auf Wiens Straßen erfrieren muss. Unsere Bitte lautet daher: Spenden Sie ein Gruft Winterpaket. 50 Euro für einen winterfesten Schlafsack und eine warme Mahlzeit. Die Hilfe kommt an.“

Armut bekämpfen und nicht die Armutsbetroffenen 

Landau nutzte die Gelegenheit auch, um sich mit einem Appell an die Bundesregierung zu wenden. „Wenn ich dieser Tage von den geplanten Änderungen bei der Bedarfsorientierten Mindestsicherung höre, dann weiß ich schon heute: Sollten diese Änderungen umgesetzt werden, werden wir das in unseren Einrichtungen spüren. Ganz einfach, weil es nach dieser Kürzung mehr Menschen geben wird, die am Monatsende nicht wissen, ob sie mit dem verbliebenen Geld essen oder heizen sollen. Weil es mehr Menschen geben wird, die sich ihre Miete nicht mehr leisten können“, betont Landau. „Unser dringender Appell an die Verantwortlichen der Bundesregierung lautet deshalb: Überdenken Sie die angedachten Kürzungen der Mindestsicherung! Ziel einer jeden Reform muss es schließlich sein, dass es den Menschen nach dieser Reform besser und nicht schlechter geht. Es muss darum gehen, die Armut zu bekämpfen und nicht die Armutsbetroffenen. Und hier in der Gruft muss Armutsbekämpfung heißen: Wir brauchen eine Mietrechtsreform, die diesen Namen auch verdient. Und wir brauchen sie rasch.“

Caritas Kältetelefon - 01/480 45 53

Die Leitungen des Caritas-Kältetelefons sind wieder besetzt. 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Je mehr die Nummer 01/480 45 53 in ihr Handy einspeichern, umso zuverlässiger können unsere StreetworkerInnen dort sein, wo sie gebraucht werden. In medizinischen Notfällen gilt es nach wie vor, unbedingt die Rettung unter dem Notruf 144 zu rufen.

Sachspendenbedarf (Abgabe in der Gruft):

# waschbare Wolldecken

# neuwertige Unterwäsche, warme Unterwäsche

# Socken für Damen und Herren

# warme Handschuhe

# Winterschuhe Damen und Herren in allen Größen

# Nagelschere, Nagelzwicker

# Waschpulver

 

Caritas Spendenkonto 

IBAN: AT163100000404050050

BIC: RZBAATWW

BLZ 31000

Kennwort: "Gruft Winterpaket"

Online-Spenden: www.gruft.at